Definition des Begriff Impfstoff

Ein Impfstoff oder Vakzin enthält Erbgut eines Krankheitserregers, das biologisch oder gentechnisch im Labor aufbereitet und abgeschwächt oder abgetötet wurde. Injiziert der Arzt den Impfstoff einem Menschen, baut das Immunsystem einen Schutz gegen den Krankheitserreger auf, ohne die Symptome der Erkrankung auszulösen.

Themenschwerpunkte:

Fakten zum Impfstoff

  1. Im Jahre 1796 stellten Mediziner die erste Impfung gegen eine Infektionskrankheit her, die Pockenimpfung.
  2. Es gibt sowohl Impfungen gegen Viren, als auch gegen Bakterien.
  3. Lebendimpfstoffe bieten in der Regel einen stärkeren und längeren Schutz vor Infektionen, als Totimpfstoffe.
  4. Die passive Impfung nutzt bereits fertige Antikörper. Das Immunsystem Deines Kindes muss sie nicht erst selbst herstellen, wie bei der aktiven Impfung.
  5. In Deutschland beschäftigen sich das Robert Koch Institut sowie das Paul Ehrlich Institut mit der Sicherheit und der Wirksamkeit der empfohlenen Impfstoffe.

Der Unterschied zwischen einem Lebendimpfstoff und einem Totimpfstoff

Die Idee, die hinter einer Impfung steht, ist nicht schwer zu begreifen. Das Immunsystem trainiert an einer abgeschwächten Form eines Erregers, um bei einem Zusammentreffen mit dem echten Krankheitskeim vorbereitet zu sein und die Krankheit direkt bekämpfen zu können. Wissenschaftler haben verschiedene Arten von Vakzinen entwickelt.

→ Totimpfstoffe, auch als inaktivierte Impfstoffe bezeichnet, beinhalten Bruchstücke von Erregern oder ganze abgetötete Keime. Die enthaltenen Krankheitserreger können sich nicht mehr vermehren und keine Symptome auslösen. Das Immunsystem Deines Kindes merkt aber, dass es sich um fremdes Zellmaterial handelt, und reagiert mit der Bildung sogenannter Antikörper auf den Eindringling. Beispiele für Totimpfstoffe sind Vakzine gegen Tetanus, Keuchhusten, Polio (Kinderlähmung), Hepatitis B, Diphtherie und Haemophilus influenzae b (Hib).

→ Lebendimpfstoffe hören sich gefährlicher an, als sie sind. Ein Lebendimpfstoff enthält Krankheitserreger, die die Fähigkeit besitzen, sich zu vermehren. Sie sind aber nur in einer sehr geringen Konzentration im Impfstoff vorhanden und wurden zusätzlich künstlich im Labor abgeschwächt.

Sie haben nicht mehr die Möglichkeit, die vollständige Erkrankung auszulösen. Bei einigen Kinder beobachten Mediziner eine sogenannte leichte Impfkrankheit mit einem für den Keim typischen Ausschlag und Fieber. Ein bekanntes Beispiel sind die Impfmasern, die für gesunde immunkompetente Menschen aber nicht ansteckend sind. Beispiele für Lebendimpfstoffe sind Masern, Mumps, Röteln sowie Windpocken.

Zusatzstoffe in Impfstoffen

Außer den Krankheitserregern enthalten Impfstoffe noch geringe Mengen an Zusätzen, die die Wirkung verstärken können (Adjuvanzien) und Reste von Stoffen wie Formaldehyd, die im Labor die Erreger abgetötet haben. Eine Gefahr für die Gesundheit Deines Kindes stellen diese Zusatzstoffe nicht dar.

Impfstoffe bei Kindern

Wer kleine Kinder hat, für den ist das Impfen ein allgegenwärtiges Thema. In Deutschland entscheiden sich die meisten Eltern dafür, ihre Kinder nach Empfehlung der STIKO (Ständige Impfkommission am Robert Koch Institut) impfen zu lassen. Trotzdem werden regelmäßig die Stimmen der Impfgegner laut.

Die WHO hat die Vermeidung von Schutzimpfungen Anfang 2019 in die Liste der globalen Gesundheitsbedrohungen aufgenommen. Aber was genau ist eigentlich ein Impfstoff? Je besser Du informiert bist, desto gelassener kannst Du mit dem kontrovers diskutierten Thema umgehen und die richtige Entscheidung für Dein Kind treffen.

Quellen und Literatur

  • Ausführliche Erklärung auf wikipedia mehr↑
  • Kayser, Böttger; Medizinische Mikrobiologie: Grundlagen, Bakteriologie, Mykologie, Virologie, Parasitologie, Organsysteme; Thieme Verlag, Stuttgart 2005
  • Thomas Baumann, Atlas der Entwicklungsgeschichte: Vorsorgeuntersuchung von U1 bis U10/J1, Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2015

 

► Prüfung und Aktualisierung am von Jessica Kilonzo, Kinderärztin