Scharlach Geschwisterkind schützen oder mitbehandeln?

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Infektionsgefahr senken: Schutz der Geschwister bei Scharlach

Die durch Streptokokken ausgelöste Kinderkrankheit Scharlach gilt als hochansteckend. Jegliche Personen, die in direkten Kontakt mit einem Scharlachpatienten stehen, sehen sich der Infektionsgefahr ausgesetzt. Aus diesem Grund stellen sich Eltern die berechtigte Frage, wie sie die Geschwisterkinder schützen. Um den Ausbruch von Scharlach bei einem Geschwister zu verhindern, hilft lediglich eine räumliche Trennung.

 

Kind Scharlach
Kind Scharlach © agephotography – Fotolia.com

 

Hoch ansteckende Kinderkrankheit – Infektion über Tröpfchen

Scharlach äußert sich mit Symptomen wie Halsschmerzen, Fieber, roten Wangen, Schluckbeschwerden und Schüttelfrost. Hinzu kommt die charakteristische „Himbeerzunge“. Für den exakten Nachweis der Erreger fertigt der behandelnde Arzt einen Abstrich an. Ein Schnelltest liefert innerhalb weniger Minuten die entsprechende Diagnose. In der Regel verordnet der Arzt daraufhin eine Therapie mit Antibiotika.

Die durch Tröpfchen übertragene Krankheit gehört zu den hochansteckenden Infektionen. Die von einem erkrankten Kind ausgehende Ansteckungsgefahr betrifft alle Personen in dessen räumlicher Nähe. Das gilt vor allem für andere Kinder. Daher empfehlen Ärzte, Scharlach-Kranke von der Schule beziehungsweise dem Kindergarten fernzuhalten. Bei Erwachsenen bricht die Krankheit seltener aus. Scharlach gilt mindestens bis 24 Stunden nach Beginn der Antibiotika-Therapie als ansteckend. Ohne besagte medizinische Behandlung bleibt die Infektionsgefahr bestehen, bis die Symptome vollständig abklingen. Letzteres nimmt mehrere Wochen in Anspruch.

Scharlach und Geschwister: große Ansteckungsgefahr

Insbesondere Geschwisterkinder sehen sich der unmittelbaren Infektionsgefahr ausgesetzt. Es kommt sehr häufig vor, dass Kinder mit Scharlach Geschwister anstecken. Die Geschwister schlafen oftmals im selben Zimmer, tagsüber spielen oder streiten sie miteinander. Folglich existiert ein hohes Risiko, dass es zu einer Übertragung der Erreger mittels Tröpfchen kommt. Ein an Scharlach erkranktes Kind steckt im Durchschnitt ungefähr die Hälfte seiner Geschwister an. Daraus ergibt sich mit 50 Prozent eine vergleichsweise hohe Wahrscheinlichkeit für die Ansteckung.

Empfehlung: Geschwister von an Scharlach erkrankten Kindern sollen zu Hause bleiben

Aufgrund des großen Infektionsrisikos greift das Schul- beziehungsweise Kindergarten-Verbot auch für die Geschwisterkinder. Die Inkubationszeit von Scharlach dauert mindestens einen Tag. Mitunter vergehen zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch der Symptome sogar bis zu drei Tage. Daher kam es möglicherweise bei den Geschwistern bereits zu einer Infektion, obwohl diese noch keine Symptome zeigen. Um die Verbreitung der Krankheit in Gemeinschaftseinrichtungen zu verhindern, sollten die Geschwisterkinder zu Hause bleiben.

Allerdings ergibt sich dadurch eine unerwünschte, negative Folge für die betroffenen Geschwister. Bleiben die Geschwisterkinder zu Hause, halten sie sich unweigerlich länger in räumlicher Nähe zu dem erkrankten Kind auf. Infolgedessen erhöht sich zwangsläufig die Infektionsgefahr. Aus diesem Grund stellen sich Eltern die berechtigte Frage, wie sie bei Scharlach die Geschwister schützen.

 

Ansteckungsrisiko durch räumliche Trennung reduzieren

Leider existieren in diesem Fall wenig Möglichkeiten, um bei Geschwisterkindern die Infektion zu vermeiden. Die einzige Option besteht darin, den Kontakt zwischen dem kranken Kind und den Geschwistern minimal zu halten. Das setzt jedoch eine Wohnung mit mehreren Zimmern voraus. Sofern möglich, sollte sich das an Scharlach erkrankte Kind in einem separaten Zimmer aufhalten. Das gilt sowohl für den Tag als auch für den nächtlichen Schlaf.

Ansonsten gibt es keine konkreten Handlungsempfehlungen seitens Experten, um bei Geschwistern Scharlach zu vermeiden. Bislang kennt die Medizin noch keine Impfung gegen Scharlach. Dazu entwickelt der Körper nach einer überstandenen Infektion auch keine Immunität. Dementsprechend besteht die Ansteckungsgefahr gleichermaßen für Geschwister, die in der Vergangenheit bereits selbst an Scharlach erkrankten.

 

Schneller Beginn der Therapie empfehlenswert

Der beste Schutz für die Geschwister stellt daher ein schneller Beginn der Therapie beim erkrankten Kind dar. Aus diesem Grund liegt es nahe, beim Verdacht einer Scharlach-Erkrankung unverzüglich einen Kinderarzt aufzusuchen. Durch den raschen Beginn der Behandlung mit Antibiotika reduziert sich die noch verbleibende Ansteckungsphase auf lediglich 24 Stunden. Ohne die Gabe von Antibiotika verlängert sich besagter Infektionszeitraum auf drei oder vier Wochen. Je länger die ansteckende Phase, desto höher fällt die Wahrscheinlichkeit einer Infektion bei den Geschwistern aus.

 

Fazit: Kein sicherer Schutz der Geschwister möglich

Letztendlich bleibt festzuhalten, dass gegen Scharlach kein sicherer Schutz existiert. Vor allem unter Kindern zeigt sich eine überaus hohe Ansteckungsgefahr. Das gilt insbesondere für Geschwisterkinder. Es gibt leider keine konkreten Handlungsempfehlungen, mit denen Eltern die Geschwister bei Scharlach effektiv vor einer Infektion schützen. Die einzige Option besteht darin, kranke und gesunde Kinder räumlich zu trennen. Je intensiver der Kontakt zwischen den Geschwistern, umso eher kommt es zu einer Ansteckung.

Tipp: Ihr an Scharlach erkranktes Kind benötigt Zuneigung und Pflege. Es sollte sich nicht isoliert fühlen in dieser Situation. Versuchen Sie, Ihrem Kind zu erklären, warum es vorübergehend alleine schläft. Klären Sie auch die Geschwister über die Gefahr der Ansteckung auf. Dadurch zeigen beide Parteien eher Verständnis für die Situation und halten sich an ihre Vorgaben.