Orale Rehydratationslösung für Kinder gegen Austrocknung

Rehydratationslösung bei Durchfall und Erbrechen

Hat Dein Kind sich ein Virus mit Brechdurchfall eingefangen, ist die größte Sorge, dass der kleine Patient austrocknet. Das Magen-Darm-Virus selbst ist nicht gefährlich und kann auch nicht behandelt werden. Seine Folge, der Verlust von Flüssigkeit und Elektrolyten, dahingegen schon. Ist Dein Kind kein Säugling mehr, hast Du gute Chancen, den Flüssigkeits- und Salzverlust zu Hause in den Griff zu bekommen. Eine orale Rehydratationslösung für Kinder (ORL) kann Dir dabei helfen. Und Euer Kinderarzt behält die Situation sicherheitshalber im Blick.

Rehydratationslösung
Orale Rehydratationslösung für Kinder gegen Austrocknung bei Durchfall und Erkrankung Copyright: Gorilla, bigstockphoto

Definition: Eine orale Rehydratationslösung ist ein Arzneimittel, das als Flüssigkeit ab dem Säuglingsalter bei der Behandlung von akutem Durchfall und Erbrechen eingesetzt wird.

Was ist eine Dehydratation?

Je weniger Körpergewicht ein Kind hat, desto fragiler ist das Gleichgewicht in seinem Flüssigkeitshaushalt. Babys können innerhalb von Stunden lebensgefährlich austrocknen. Kinderärzte sprechen von einer Dehydratation, der Körper verliert zu viel Wasser. Mögliche Ursachen für einen Flüssigkeitsverlust sind zum Beispiel:

  • Erbrechen
  • Durchfall
  • vermehrte Urinausscheidung
  • starkes Schwitzen

Eine Dehydratation kann in seltenen Fällen auch entstehen, wenn ein Kind zu wenig Flüssigkeit aufnimmt. Das passiert, wenn ein Säugling beim Stillen unbemerkt nicht genügend Muttermilch zu sich nimmt. Ebenso gefährlich wie der Flüssigkeitsmangel ist der begleitende Salzverlust. Oder ein verschobenes Verhältnis von Flüssigkeit und Elektrolyten im Körper, das Herz, Kreislauf und Nieren stark beeinträchtigen kann.

Fünf Fakten zur oralen Rehydratationslösung für Kinder:

  1. Säuglingen kann eine Dehydratation schnell zum Verhängnis werden.
  2. Eine orale Rehydratationslösung für Kinder ersetzt gleichzeitig Wasser, Zucker und Elektrolyte (Blutsalze).
  3. Eine zu hohe Dosis einer ORL kann gefährlich für Dein Kind sein.
  4. In der Apotheke erhältst Du für Kinder geeignete Lösungen in verschiedenen Geschmacksrichtungen oder ganz neutral.
  5. Eine orale Rehydratationslösung für Kinder kannst Du auch selbst herstellen.

Woran Du eine drohende Austrocknung Deines Kindes erkennst

Bei Kindergarten- oder Schulkindern ist natürlich nicht gleich Gefahr in Verzug, wenn sie sich ein paarmal übergeben oder für zwei Tage moderaten Durchfall haben. Trotzdem solltest Du den Flüssigkeitsverlust im Auge behalten. Wiege Dein Kind zu Beginn der Erkrankung, dann kann der Kinderarzt die Situation später anhand der Gewichtsabnahme besser einschätzen.

Anzeichen für eine beginnende Dehydratation sind zum Beispiel:

  • fehlende Freude am Spiel
  • Müdigkeit
  • Tränen fehlen beim Weinen
  • die Schleimhäute im Mund und die Lippen sind trocken
  • die Windeln sind häufig trocken oder Dein Kind setzt auf der Toilette keinen Urin ab
  • bei Säuglingen ist die große Fontanelle auf dem Kopf eingesunken
  • die Hautfalten am Bauch sind weniger elastisch als sonst

Schreitet die Austrocknung fort,wirst Du bemerken, dass Dein Kind nicht mehr adäquat auf Ansprache reagiert und ständig wegdämmert. Ein zu hoher oder zu niedriger Salzgehalt im Blut kann die Symptome zusätzlich verstärken. Im Extremfall kann Deine Tochter oder Dein Sohn Krampfanfälle bekommen, bleibende Schäden des Gehirns davontragen und sogar sterben. Eine orale Rehydratationslösung für Kinder kann diese schweren Verläufe verhindern.

Mit dem dehydrierten Kind beim Kinderarzt

Ein Säugling, Kleinkind und Kindergartenkind gehört mit Erbrechen, Durchfall und Fieber in die fachliche Betreuung seines Kinderarztes. Bei älteren Kindern, die sonst gesund sind, kannst Du den Verlauf erst mal beobachten. Der Mediziner fragt die Details der letzten Tage ab. Notiere Dir am besten

  • das letzte Körpergewicht,
  • den Fieberverlauf,
  • die Trinkmenge,
  • wie oft Dein Kind auf der Toilette war und
  • wie oft es sich übergeben hat.

Während der körperlichen Untersuchung kann Euer Kinderarzt schon ganz gut einschätzen, ob der Flüssigkeitshaushalt des kleinen Patienten noch ausgeglichen ist. Liegt bereits ein Gewichtsverlust vor, sollte er auf keinen Fall mehr als zehn Prozent betragen. Je nach Alter und Kooperationsbereitschaft Deines Kindes wirst Du zusammen mit dem Arzt entscheiden, ob eine Aufnahme in einer Kinderklinik zur Rehydrierung (zum „Wiederauffüllen“) am Tropf oder über eine Magensonde (ein dünner Gummischlauch, der durch die Nase in den Magen geschoben wird) notwendig ist. Im Blut kann das Labor feststellen, ob sich die Elektrolyte noch im Normbereich befinden.

Orale Rehydratationslösung für Kinder kann auch zu Hause helfen

Generell streben Kinderärzte es an, ihre Patienten mit Magen-Darm-Infekten zu Hause zu behandeln und sie selbst trinken und essen zu lassen. Eine Einweisung ins Krankenhaus stellen sie nur aus, wenn es gar nicht mehr anders geht. Jüngere Kinder verweigern häufig das Trinken und trocknen aufgrund ihres geringen Körpergewichts zusätzlich schnell aus.

Schickt der Arzt Euch wieder nach Hause, kann er Dir eine orale Rehydratationslösung für Kinder mit auf den Weg geben. Nur Wasser oder ungesüßten Tee zu trinken kann für Dein Kind sogar gefährlich werden, weil es besonders beim Erbrechen auch viel Salz verliert.

Die spezielle Elektrolytlösung für Kinder enthält hingegen eine altersgerechte Zusammensetzung der Blutsalze und Traubenzucker. In der Regel bekommst Du sie in der Apotheke in Pulverform und löst sie zu Hause in Trinkwasser auf. Gestillte Kinder brauchen übrigens keine ORL. Muttermilch hat auch bei Erbrechen und Durchfall die perfekte Zusammensetzung.

Rehydratationslösung für Kinder verabreichen

Kinderarzt und Beipackzettel sagen Dir genau, wie viel ORL Dein Kind zu sich nehmen sollte. Zu viel kann aufgrund des hohen Salzgehaltes gefährlich werden! Fange langsam an:

  • Zu Beginn reicht ein Teelöffel Rehydratationslösung jede fünf Minuten.
  • Steigere die Menge langsam, wenn Dein Kind die Lösung bei sich behält.
  • 50 bis 75 ml Flüssigkeit pro Kilogramm Körpergewicht in 24 Stunden ist ein Anhaltspunkt für Dich.
  • Klare Suppe und dünne Apfelsaftschorle sind der nächste Schritt.
  • Reines Wasser, Fruchtsaft, Cola und andere Limonaden sind nicht geeignet, da der Zuckergehalt entweder zu niedrig oder viel zu hoch ist.

Das Rezept für eine selbst gemachte orale Rehydratationslösung für Kinder

Ist Dein Kind nur leicht beeinträchtigt, kannst Du es mit folgender Mischung versuchen. Löse in einem Liter Wasser einen Teelöffel Kochsalz und acht Teelöffel Traubenzucker auf. Füge eine Tasse Orangensaft und zwei kleinen Bananen hinzu. Fertig ist der Elektrolytdrink.

Quellen und Links

  • Stephan Illing, Martin Claßen; Klinikleitfaden Pädiatrie; Urban & Fischer, München 2009
  • Burkhard Rodeck, Klaus-Peter Zimmer; Pädiatrische Gastroenterologie, Hepatologie und Ernährung, Springer Verlag, Heidelberg 2013

 

► Prüfung und Aktualisierung am von Jessica Kilonzo, Kinderärztin