Verstopfung beim Baby

Ernährung und viel Flüssigkeit

Vermehrtes Schreien Deines Babys ist auf Verstopfung zurückzuführen. Der Darm nimmt in den ersten Wochen des Lebens seine Aufgabe in Angriff. Er braucht Zeit, um sich an die Gegebenheiten zu gewöhnen und die Verdauung zu kontrollieren. Obstipation ist der Fachbegriff für die verzögerte Abgabe des Stuhls. Sie kommt bei Säuglingen häufig vor. Die angemessene Reaktion der Eltern darauf verhindert unangenehme Folgen für das Baby.

Verstopfung bei Kindern lösen, Copyright: yaoinlove bigstockphoto

Übliche Frequenz von Stuhlgängen

Exakte Zahlen für die Häufigkeit der Darm-Entleerung existieren nicht. Dreimal am Tag bis zu dreimal die Woche ist im Rahmen eines gesunden Rhythmus. Wichtig ist der schmerzfreie Vorgang. Bei weniger als drei Stuhl-Entleerungen wöchentlich ist eine Verstopfung beim Baby wahrscheinlich. Säuglinge, die ausschließlich Muttermilch zu sich nehmen, bleiben bis zu zwei Wochen ohne Stuhlgang.

Obwohl die Fäkalien im Alter von wenigen Monaten weich sind, ist die Entleerung für Babys eine Anstrengung. Deshalb brauchst Du Dir keine Sorgen zu machen, solange die Ausscheidung gut riecht und eine weiche Konsistenz aufweist. Muttermilch-Stuhl ist oftmals flüssig. Eine Verstopfung herrscht bei zu seltenem oder schmerzhaftem Stuhlgang vor. Solange sie nicht länger als drei Tage dauert und Dein Baby kein Blut ausscheidet, besteht kein Grund zur Sorge.

Ursachen einer Verstopfung beim Baby

Für Verdauungs-Schwierigkeiten beim Säugling kommen vielerlei Gründe in Betracht:

  • falsche Ernährung,
  • kurzfristige Konsequenz einer Ernährungs-Umstellung,
  • Folge einer schmerzhaften Darm-Entleerung,
  • Erkrankungen,
  • Einnahme von Medikamenten,
  • äußere Störfaktoren.

Eine Abklärung beim Arzt hilft, die genaue Ursache herauszufinden. Er bestimmt die richtige Therapie, um die Verdauungs-Störungen Deines Säuglings zu lösen.

Verstopfung beim Kind | © Lsantilli – Fotolia.com

Eine schmerzhafte Darm-Entleerung führt zu Ängsten. Das Baby hält den Stuhl zurück. Er sammelt sich im kleinen Becken an und dickt zu einer harten Masse ein. Dadurch verstärken sich die Schmerzen, was wiederum größere Ängste hervorruft. Schau darauf, dass Dein Baby nicht nur bei Verstopfungen genügend Flüssigkeit zu sich nimmt. Wasser und Tee konsumiert es ohne negative Auswirkungen in großen Mengen. Regelmäßiges Trinken verhindert schmerzhafte Ansammlungen im Darm.

Eine Unterfunktion der Schilddrüse, angeborene Defekte oder eine Funktions-Störung der Nerven führen ebenfalls zu Verstopfung. Da der Säugling starke Schmerzen erleidet, sind viel Liebe und Geduld seitens der Eltern genauso wichtig wie die richtige Therapie und die korrekten Medikamente. Gib Deinem Kind zu verstehen, dass Du bei ihm bist und es unterstützt. Es vermag sich noch nicht sprachlich auszudrücken, versteht aber Worte und vor allem Verhaltensweisen.

Dem Säugling zuliebe Stress-Situationen entschärfen

Leidet Dein Baby an einer Verstopfung, ist es viel anfälliger für Stress. Entspanne schwierige Situationen und sorge für ein angenehmes Zusammenleben. Gerade bei gesundheitlichen Problemen ist ein erhöhter Stress-Level der Eltern normal. Sie sorgen sich um das Wohl des Nachwuchses und sind oft ratlos. Denke daran, dass diese Anspannung die Verbesserung des Gesundheits-Zustandes verlangsamt oder verhindert.

In der Phase des Erlernens der Kontrolle über den Schließmuskel haben Verstopfungen negative Folgen und oftmals Konsequenzen. Vermutest Du eine Obstipation bei Deinem Kleinen, gehe sofort mit ihm zum Arzt. Du erkennst sie an folgenden Symptomen:

  • Bauchschmerzen, großer Bauch,
  • Einrisse im Schließmuskel,
  • großkalibriger Kot,
  • blutige Auflagerungen auf dem Stuhl,
  • Entzündungen im Enddarm-Bereich.

Notwendige Untersuchungen zur Klärung der Ursache und Behandlungen von Verstopfungen im Babyalter

Der Facharzt für Kinderheilkunde Dr. Peter Voitl, MBA, empfiehlt bei Verstopfung beim Baby, organische Ursachen zuerst auszuschließen. Falls dies nicht gelingt, ist eine Röntgen-Aufnahme notwendig. Je nach Verdacht ordnet der behandelnde Arzt die Untersuchung einer Gewebe- oder Blutprobe an. Selten ist eine Druckmessung des Enddarmes sinnvoll.

Verschiedene natürliche Medikamente helfen, die Verdauung anzuregen. Milchzucker regt die Produktion des Lactobazillus bifidus im Darm an. Er hilft, die Stuhlkonsistenz zu lockern und Verstopfungen zu vermeiden. In der Dauertherapie ist seine Anwendung zu empfehlen, da er zu hundert Prozent unschädlich ist. Falsche Ernährung ist eine häufige Ursache für Verstopfungen. Achtest Du von Anfang an bei Deinem Kind auf gesunde und ausgewogene Kost, sinkt die Wahrscheinlichkeit für Verdauungs-Störungen stark.

Neben ausreichender Flüssigkeitszufuhr sind Vollkornprodukte sowie Gemüse und Salat empfehlenswert. Obst und Müsli wirken sich positiv auf die Verdauung aus. Süßigkeiten, Weißbrot und Bananen streichst Du vom Speiseplan Deines Nachwuchses. Sie führen zu Verstopfungen.

Eine ausgewogene Ernährung und frühzeitige Erkennung vermeiden Schmerzen und unangenehme Folgen

Von Geburt an ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr maßgebend für das Wohlbefinden Deines Babys. Verstopfungen kommen weniger häufig vor. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung beeinflusst seine Darmtätigkeit positiv. Erkenne frühzeitig die Symptome. So bewahrst Du Dein Kind vor unangenehmen Folgen. Suche lieber zu oft den Arzt auf, als zu wenig. Verdauungs-Beschwerden sind extrem schmerzhaft und führen oftmals zu psychischen Schwierigkeiten, die ihrerseits gesundheitliche Konsequenzen nach sich ziehen.

► Prüfung und Aktualisierung am von Jessica Kilonzo, Kinderärztin