Kinderkrankheiten Erreger Steckbriefe

Hier findest Du die Steckbriefe der wichtigsten Kinderkrankheiten.

Masern

Symptome Anfangs meist hohes Fieber, Bindehautentzündung, Schnupfen, Husten und Ausschlag an der Mundschleimhaut (kalkspritzerartige weiße Flecken). Die charakteristischen bräunlich-rosafarbenen Hautflecken entstehen ca. am 3. bis 7. Tag. Sie beginnen im Gesicht und hinter den Ohren und bleiben 4 bis 7 Tage. Beim Abklingen ist oft eine kleieartige Schuppung zu beobachten.
Erreger Erreger: Masernvirus Übertragung: durch Tröpfcheninfektion sowie Kontakt mit infektiösen Sekreten aus Nase oder Rachen.
Inkubationszeit: 8 bis 10 Tage bis zum Beginn des katarrhali- schen Stadiums, 14 Tage bis zum Ausbruch des Ausschlags.
Ansteckung: bereits 3 bis 5 Tage vor Auftreten des Ausschlags und hält bis 4 Tage nach dessen Auftreten an. Häufig sind ungeimpfte Eltern die Infektionsquelle.
Therapie Eine spezifische Therapie der Virusinfektion steht nicht zur Verfügung, sodass nur die einzelnen Symptome behandelt werden können, wie bei- spielsweise Fiebersenkung etc. Die Impfkomponente ist in diversen Kombinations-Impfstoffen enthalten.

Mumps

Symptome Beginnt mit Fieber, Appetitlosigkeit, Unwohlsein und Kopfschmerzen. 1 bis 2 Tage später schwillt die Ohrspeicheldrüse an, die etwa 3 bis 8 Tage andauert. Die meisten Kinder erkranken zwischen dem 2. und 15. Lebensjahr.
Erreger Erreger: Mumpsvirus Übertragung: hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion und di- rekten Speichelkontakt, seltener durch mit Speichel kontaminierte Gegenstände.
Inkubationszeit: in der Regel 16 – 18 Tage (12 bis 25 Tage sind möglich).
Ansteckung: ist 2 Tage vor bis 4 Tage nach Erkrankungsbeginn am größten.
Therapie Die Therapie ist ausschließlich symptomatisch, da es keine spezifische Therapie gibt. Die Impfkomponente ist in diversen Kombinations-Impfstoffen enthalten.

Röteln

Symptome Etwa 50 % der Infektionen im Kindesalter verlaufen asymptomatisch. Das charakteristischste Symptom ist ein kleinfleckiger bzw. knötchenartiger Ausschlag, der im Gesicht beginnt, sich über Körper und Extremitäten ausbreitet und nach 1 bis 3 Tagen wieder verschwindet. Weiter können Kopfschmerzen, erhöhte Körpertemperatur, Lymphknoten- schwellungen, Hals- und Bindehautentzündungen auftreten. Röteln während der Schwangerschaft können schwere Schäden am Fötus bewirken.
Erreger Erreger: Rötelnvirus Übertragung: durch Tröpfcheninfektion. Es besteht auch die Möglichkeit einer Übertragung durch die Plazenta von der Mutter auf das Kind während der Schwangerschaft.
Inkubationszeit: 14 bis 21 Tage. Ansteckung: bereits eine Woche vor Ausbruch des Ausschlags möglich und dauert bis zu einer Woche nach dessen Auftreten.
Therapie Die Therapie ist ausschließlich symptomatisch, da es keine spezifische Therapie gibt. Die Impfkomponente ist in diversen Kombinations-Impfstoffen enthalten.

Windpocken

Symptome Fieber für einen Zeitraum von 3 bis 5 Tagen sowie der charakteristische juckende Hautausschlag, bestehend aus Papeln, Bläschen und Schorf in verschiedenen Entwicklungsstadien („Sternenhimmel“), wobei der Schweregrad sehr unterschiedlich sein kann. Durch starkes Kratzen oder bakterielle Infektionen können Narben zurückbleiben. Einmal an Windpocken erkrankte Menschen können in höherem Lebensalter o- der bei abnehmender Immunität als Folgeerscheinung an Gürtelrose erkranken, die von den im Rückenmark überdauernden Viren ausgelöst wird.
Erreger Erreger: Varizella-Zoster-Virus Übertragung: Windpocken sind hochansteckend. Schon ein ge- meinsamer Aufenthalt in einem Zimmer mit dem Infizierten kann ausreichen. Eine mütterliche Erkrankung 5 Tage vor bis 2 Tage nach der Geburt stellt ebenfalls eine erhebliche gesundheitliche Bedrohung für das Neugeborene dar.
Inkubationszeit: ca. 8 bis 28 Tage, in der Regel aber bei 14 bis 16 Tagen.
Ansteckung:  hochansteckend, beginnt 1 bis 2 Tage vor Auftreten des Ausschlags und endet 5 bis 7 Tage nach Auftreten der letzten Bläschen
Therapie Die Therapie ist symptomatisch. Besonders die Pflege der Haut (tägliches Baden, to- pische Verbände, Gabe von juckreizlindernden Medika- menten) dient zur Vermeidung bakterieller Infektionen der Haut. Die Impfkomponente ist in diversen Kombinations- Impfstoffen enthalten.

Keuchhusten

Symptome Anfangs oft grippeähnliche Symptome, darauf folgen anfallsweise auftretende Hustenanfälle, begleitet von zähem Schleim, bis hin zum Erbrechen. Keuchhusten dauert meist mehrere Wochen. Weil es gegen Keuchhusten keinen Nestschutz gibt, sind Neugeborene und Säuglinge besonders gefährdet. Bei ihnen kann es anstelle der typischen Hustenanfälle zum Atemstillstand mit Todesfolge kommen. Bei Säuglingen ist auch das Risiko von schwerwiegenden Komplikationen
wie Pneumonie am höchsten.
Erreger Erreger: Bakterium Bordetella pertussis
Übertragung: durch Tröpfcheninfektion.
Inkubationszeit: ca. 9 bis 10 Ta- ge
Ansteckung: beginnt am Ende der Inkubationszeit und erreicht ihren Höhepunkt während der ersten beiden Wochen, kann aber noch mehrere Wochen andauern. Hauptinfektionsquelle sind die Eltern, Großeltern und Geschwister.
Therapie Eine antibiotische Therapie beeinflusst zwar Dauer und Heftigkeit der Hustenattacken nicht wesentlich, dient jedoch zur Unterbrechung der Infektionskette. Die Impfkomponente ist in diversen Kombinations- Impfstoffen enthalten

Scharlach

Symptome Scharlach Verlauf: Anfangs meist Kopf- und Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Schüttelfrost, rasch ansteigendes Fieber evtl. auch Bauchschmerzen und Erbrechen. Gaumen und Rachen sind rot, die Mandeln entzündet und oft weiß belegt. Nach 1 bis 2 Tagen entwickeln sich ein nicht juckender Hautausschlag sowie die charakteristische „Himbeer-Zunge“.
Erreger Erreger: Scharlach-Bakterium Übertragung: hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion. Die eitrigen Hautinfektionen entstehen durch eine Kontakt- bzw. Schmierinfektion.
Inkubationszeit: 1 bis 3 Tage, selten länger.
Ansteckung: bis zu 3 Wochen, nach Beginn einer antibiotischen Therapie jedoch nur noch 24
Stunden.
Therapie Die Therapie ist symptomatisch. Besonders die Pflege der Haut (tägliches Baden, topische Verbände, Gabe von juckreizlindernden Medikamenten) dient zur Vermeidung bakterieller Infektionen der Haut. Die Impfkomponente ist in diversen Kombinations- Impfstoffen enthalten.

Ringelröteln

Symptome Häufig ohne oder mit milden Symptomen, ähnlich einem grippalen In- fekt. Etwa jeder fünfte Erkrankte entwickelt ca. 2 Wochen nach An- steckung den typischen nicht ju- ckenden Hautausschlag, ausge- hend von den Wangen. Der Ausschlag verblasst nach 7 bis 10 Tagen.
Erreger Erreger: Ringelröteln-Virus Übertragung: hauptsächlich über Tröpfcheninfektion Inkubationszeit: ca. 13 bis 18 Tage.
Ansteckung: am höchsten in den Tagen vor Auftreten des Hautausschlags, danach ist sie in der Regel vorüber.
Therapie Überwiegend Bettruhe, da die Erkrankung besonders bei Kindern in der Regel harmlos verläuft. Eine Impfung ist nicht möglich.

Hand-Fuß- Mund- Krankheit

Symptome Betrifft überwiegend Kinder unter zehn Jahren und beginnt oft mit Fieber, geringem Appetit und Halsschmerzen. 1 bis 2 Tage nach Fieberbeginn entwickeln sich meist schmerzhafte kleine, rote Flecken und Bläschen auf der Mund- schleimhaut. Innerhalb von 1 bis 2 Tagen bildet sich ein nicht juckender Hautausschlag, der
hauptsächlich die Handflächen und Fußsohlen betrifft.
Erreger Erreger: Enterovirus (Gruppe A) Übertragung: über Tröpfcheninfektion, den Kontakt mit Sekreten aus den Bläschen oder dem Stuhl. Inkubationszeit: zwischen 3 bis 10 Tagen.
Ansteckung: in den ersten 7 Tagen hochansteckend, danach noch mehrere Wochen über den Stuhl ansteckend.
Therapie Die Behandlung erfolgt symp- tomatisch, da es keine spezifische Therapie gibt.
Eine Impfung ist nicht möglich, ein Impfstoff ist jedoch in Entwicklung.

Pseudokrupp (Krupp- syndrom)

Symptome Tritt überwiegend bei Säuglingen und Kindern bis zum sechsten Le- bensjahr als Nebenerscheinung von Virusinfektionen oder in Folge eines grippalen Infekts auf. Charakteristisch sind ein harter, bellender Hus- ten und ein zischendes Geräusch beim Einatmen. Die Anfälle treten häufig nachts auf und können zu starken Atemproblemen führen, bis hin zur Erstickungsgefahr.
Erreger Übertragung: wird nicht übertragen, sondern tritt als Nebenerscheinung zu anderen Infekten oder Reizungen der Atemwege und Schleimhäute auf.
Therapie Das Einatmen von kühler, feuchter Luft kann die Beschwerden lindern. Die Gabe eines Kortisonpräparates als Zäpfchen oder Saft dient dem Abschwellen der Schleimhäute. Eine Impfung ist nicht möglich.

 

Quellen:

Mit freundlicher Unterstützung von GlaxoSmithKline, PDF Steckbrief_Kinderkrankheiten