Baby vor Kälte schützen
Temperatur beim Säugling - Copyright: romrodinka bigstockphoto

Der Winter kommt: Wie kann ich mein Baby bei starker Kälte schützen?

Frühling und Sommer sind für Babys optimale Jahreszeiten. Es ist schön warm draußen, es steht kein täglicher Kampf mit Mütze und Schneeanzug an und auch das Wickeln ist ruckzuck erledigt. Wie geht es Dir mit Deinem Winterbaby?

Hast Du Dich für einen molligen Fußsack statt Schneeanzug entschieden und Dir in der letzten Zeit etliche Male selbst gratuliert? In der kalten Jahreszeit kann es etwas kompliziert sein, Dein Baby vor starker Kälte zu schützen. Da Säuglinge rasch auskühlen, ist es aber dringend notwendig, sich zu diesem Thema Gedanken zu machen.

Was zieht man Baby bei starker Kälte an?

Säuglinge tragen im Winter am besten mehrere Schichten Kleidung übereinander im sogenannten Zwiebellook. Für draußen eignen sich gut gefütterte Fußsäcke, in die Du Dein Baby unkompliziert einpacken kannst. Das empfindliche Gesicht schützt Du am besten mit einer Wind-und-Wetter-Creme für Babys.

Säuglinge verlieren rasch an Körperwärme

Erwachsene haben im Vergleich zu ihrem Körpervolumen eine relativ kleine Körperoberfläche. Ist ihnen kalt, können sie sich durch Muskelzittern und Bewegung aufwärmen. Bei Neugeborenen und jungen Säuglingen ist das Verhältnis von Körperoberfläche zu Körpervolumen deutlich ungünstiger.

Schon der große Kopf, der bei vielen Babys noch über wenig Haare verfügt, kann so viel Wärme abgeben, dass der Säugling auskühlt. Das Muskelzittern funktioniert ebenfalls erst später. In den ersten Lebenswochen verfügt Dein Kind über etwas braunes Fettgewebe im Bereich des Nackens und des Rückens, das selbstständig Wärme produzieren kann.

Fünf Fakten zu Babys und Kälte

  1. Ein junger Säugling hat im Vergleich mit einem Erwachsenen eine dreimal so große Körperoberfläche im Verhältnis zum Volumen seines Körpers. Er kühlt also deutlich schneller aus.
  2. Neugeborene können sich nicht durch Muskelzittern aufwärmen.
  3. Neugeborene produzieren mit ihrem sogenannten braunen Fettgewebe Wärme.
  4. Am Nacken und oberen Rücken kannst Du fühlen, ob es Deinem Baby zu kalt ist oder ob es schwitzt. Kalte Händchen bedeuten nicht unbedingt, dass Dein Baby friert.
  5. Eine Raumtemperatur von circa 18 Grad Celsius ist nachts optimal für ein Baby.

Wie Du Dein Baby vor Kälte schützen kannst

Nachts schläft Dein Baby am besten in einem Schlafsack und die Zimmertemperatur sollte in der Heizperiode circa 18 Grad Celsius betragen. Ein stark geheiztes Schlafzimmer stellt einen Risikofaktor für den plötzlichen Kindstod (SIDS) dar.

Am Morgen ziehst Du Dein Baby am besten in mehreren Schichten an, wenn es draußen kalt ist. Die Faustregel für junge Säuglinge besagt: Immer eine Schicht mehr als Du selbst trägst. Bei Bedarf kannst Du zum Beispiel ein Jäckchen schnell ausziehen. Eine dünne Baumwollmütze brauchen nur sehr junge Babys, die noch sehr wenige Haare haben.

Auch im Winter ab nach draußen

Geht Ihr im Winter an die frische Luft, packst Du Dein Kind in einen Schneeanzug oder einen warmen Fußsack für den Autositz oder den Kinderwagen ein. Der Fußsack hat den deutlichen Vorteil, dass Du nur den Reißverschluss aufmachen musst, wenn Ihr zwischendurch in den Supermarkt oder ein anderes beheiztes Gebäude geht.

Viele Babys mögen es nicht, ständig die Jacke oder den Overall an- und auszuziehen. Auch die kleinen Hände sind im Sack gut geschützt. Mütze, Handschuhe und dicke Socken oder Lammfellschuhe sind im Winter selbst für Babys an der Tagesordnung. Das zarte kleine Gesicht schützt Du mit einer speziellen Wind und Wetter-Creme für Säuglinge.

Wenn es möglich ist, nimm die Tragetasche oder den Aufsatz des Kinderwagens mit ins warme Haus oder lege vor dem nächsten Spaziergang ein Kirschkernkissen zum Aufwärmen hinein. Auf einem Lammfell oder einer Isomatte ist Dein Baby im Kinderwagen auch von unten vor dem Auskühlen geschützt. Ein Spaziergang durch die Kälte schadet einem gesunden Säugling nicht.

Es ist viel riskanter, Dein Baby in ein überhitztes Einkaufszentrum voller erkälteter Menschen mitzunehmen, wo die Viren im Winter umherfliegen.

Quellenangaben:

  • Stephan Illing, Martin Claßen; Klinikleitfaden Pädiatrie; Urban & Fischer, München 2009
  • Remo H. Largo, Babyjahre: Die frühkindliche Entwicklung aus biologischer Sicht, Piper Verlag, München 2007