Tetanus Impfung
MMR-Impfung: Dreifachimpfung bei Kindern Copyright: naumoid, bigstockphoto

Der Kinderarzt:  Tetanus Impfungen bei Kindern

Impfungen können Dein Kind vor Erkrankungen schützen, die ansonsten vielleicht schwerwiegende Folgen verursachen. Ein typisches Beispiel ist Tetanus. Die Erkrankung wird von Clostridium tetani, einem Bakterium, verursacht.

Im Boden und im Staub sowie im Kot von Pferden ist der Erreger hauptsächlich verbreitet. Verletzt sich Dein Kind beim Spielen, kann es sich über die Wunde infizieren. Die STIKO (Ständige Impfkommission des Robert Koch Instituts) empfiehlt zum Schutz ab dem vollendeten zweiten Lebensmonat eine Impfung gegen Tetanus.

Wie oft muss ein Kind gegen Tetanus geimpft werden?

Der Impfkalender der STIKO sieht im Kindesalter vier Impfungen gegen Tetanus vor.

Die sogenannte Tetanus Grundimmunisierung findet zu folgenden Zeitpunkten statt:

  1. zu Beginn des dritten Lebensmonates
  2. zu Beginn des vierten Lebensmonates
  3. zu Beginn des fünften Lebensmonates sowie
  4. in einem Alter zwischen 11 und 14 Lebensmonaten

 

Um Deinem Kind zahlreiche Stiche zu ersparen, nutzt der Kinderarzt einen Kombinationsimpfstoff, der zusätzlich vor Diphtherie, Keuchhusten, HiB, Polio und Hepatitis B schützt. Ist die Grundimmunisierung abgeschlossen, empfiehlt die STIKO alle 10 Jahre eine Auffrischimpfung für Tetanus.

Tetanus und seine Inkubationszeit

Zwischen Ansteckung und Ausbruch der Symptome liegen bei Tetanus meist drei Tage bis drei Wochen. Ein infizierter Mensch kann den Erreger nicht durch Körperkontakt an einen anderen Menschen weitergeben. Clostridium tetani gelangt durch verunreinigte Wunden oder kleine Fremdkörper wie Holzsplitter oder Dornen unter die Haut und somit in den Körper Deines Kindes. Die Wunde muss dabei nicht besonders dramatisch sein.

Wie sich eine Erkrankung an Tetanus äußert

Der Tetanus-Erreger produziert verschiedene Giftstoffe, die das Nervensystem des Menschen angreifen.

  • Tetanospasmin verursacht starke Krämpfe der Muskulatur.
  • Tetanolysin kann Blutkörperchen zerstören und den Herzmuskel angreifen.

Mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 5 Millimetern pro Stunde bewegen sich die Toxine (Giftstoffe) von der Eintrittswunde in Richtung auf das zentrale Nervensystem. Da die Hirnnerven sehr kurz sind, treten Symptome am Kopf oft direkt nach Muskelkrämpfen in der Umgebung der Verletzung auf.

Hat sich das Gift erst an die Nervenzellen angelagert, kann es nicht mehr durch Medikamente entfernt werden. Betroffene Patienten können an einer Kieferklemme in Kombination mit einer Verkrampfung der Rachenmuskulatur leiden. Greift das Toxin außerdem die Muskulatur des Kehlkopfes an, kann der Patient ersticken. Alle Beschwerden treten bei vollem Bewusstsein auf.

Extrem starke Muskelkrämpfe können sogar zu Frakturen der Wirbelkörper führen. Trotz modernster Intensivmedizin sterben bis zu 20 Prozent der Tetanuspatienten.

Junge Säuglinge sind durch Antikörper der Mutter geschützt

Wie oft ein Kind gegen Tetanus geimpft wird, entscheidet, wie sicher es vor der Erkrankung geschützt ist. Vielleicht fragst Du Dich aber, was mit einem Baby passiert, das zu jung für die Impfung ist.

Solange die Mutter ausreichend gegen Tetanus geimpft ist, überträgt sie genügend Antikörper auf ihr Neugeborenes, um es bis zu seiner eigenen Impfung vor der Erkrankung zu schützen. Zusätzlich ist es sehr unwahrscheinlich, dass ein junger Säugling, der ja noch nicht mobil ist, mit Clostridium tetani in Kontakt kommt.

Daher besteht hier kein Grund zur Sorge. In Ländern mit extrem schlechten hygienischen Verhältnissen können sich Neugeborene bei der Geburt über die Nabelschnur mit Tetanus infizieren. Bei uns in Deutschland kommt Neugeborenentetanus in dieser Form nicht vor.

Du trägst die Verantwortung für Dein Kind

Wie oft ein Kind gegen Tetanus geimpft wird, entscheiden die Eltern zusammen mit dem betreuenden Kinderarzt. Informiere Dich gut über das Thema und vereinbare eventuell eine spätere Impfung, als die STIKO empfiehlt, aber sei Dir immer Deiner Verantwortung Deinem Kind gegenüber bewusst.

Viele Eltern verbreiten unbegründete Panik im Zusammenhang mit Impfungen. Der Impfstoff gegen Tetanus ist seit langer Zeit erprobt und arm an Nebenwirkungen. Spätestens wenn sich Dein Kind zum ersten Mal im Garten oder in der Natur verletzt, wird die Frage nach der Tetanusimpfung sowieso im Raum stehen.

Quellen und Literatur:

  • Christian Speer, Manfred Gahr, Pädiatrie, Springer Medizin Verlag Heidelberg, 2005
  • Schönau et al., Pädiatrie integrativ, Konventionelle und komplementäre Therapie, Urban & Fischer, München 2005