Nebenwirkungen der Windpocken Impfung beim Kind

Varizellen Impfung Nebenwirkungen

Die meisten Eltern folgen in Deutschland dem Impfkalender der STIKO (Ständige Impfkommission am Robert Koch Institut) und schützen ihre Kinder so vor einer großen Anzahl an Infektionskrankheiten.

Seit einigen Jahren gehören auch die Windpocken oder Varizellen zu den Erkrankungen, für die die STIKO offiziell jedem Kind eine Impfung empfiehlt. Windpocken sind sehr ansteckend und in Deutschland weit verbreitet.

Nebenwirkungen beim Kind
Windpocken trotz Impfung Copyright: Laboko bigstockphoto

Circa fünf Prozent der Betroffenen entwickeln im Verlauf der Erkrankung schwere bakterielle Infektionen oder sogar eine Entzündung des Gehirns. Eine Impfung kann davor schützen. Die Windpockenimpfung kann Nebenwirkungen haben, die aber nur sehr selten zu Folgeschäden führen.

Fünf Fakten zu Nebenwirkungen der Windpocken Impfung:

  1. Die Empfehlung der STIKO sieht die Impfung gegen Varizellen in einem Alter von 11 bis 14 sowie 15 bis 23 Monaten vor.
  2. Die Windpockenimpfung kann einzeln oder in Kombination mit Impfungen gegen Masern, Mumps und Röteln gegeben werden.
  3. Du kannst nach fünf bis 12 Tagen eine unkomplizierte Impfreaktion mit Fieber, Rötung und Schwellung der Injektionsstelle, Unruhe und eventuell einem leichten Windpockenausschlag erwarten. Das muss aber nicht passieren.
  4. Nebenwirkungen können in Form von einem Krampfanfall, einer allergischen Reaktion oder einer zeitlich begrenzten Verringerung der Blutplättchen in sehr seltenen Fällen auftreten.
  5. Besonders wichtig ist die Impfung gegen Windpocken für chronisch kranke Kinder und Kinder, die an einer Neurodermitis oder ähnlichen Hauterkrankungen leiden.

Welche Impfreaktionen kann bei der Windpockenimpfung beim Kind auftreten

Die Impfung gegen Windpocken enthält lebende abgeschwächte Viren, die das Immunsystem Deines Kindes stimulieren sollen. Es ist ganz normal, wenn Dein Nachwuchs mit leichten Symptomen wie Fieber oder Unruhe auf die Impfung reagiert. Echte Nebenwirkungen wie Allergien oder Krampfanfälle treten nur sehr selten auf.

Impfung
Impfung Vorbereitung – Copyright jaytaix / Pixabay,com

So laufen Windpocken bei Kindern ab

Hatte Deine Tochter oder Dein Sohn Kontakt mit einem an Windpocken erkrankten Spielkameraden, beträgt die Inkubationszeit acht bis 21 Tage. In dieser Zeit wirst Du mit hoher Wahrscheinlichkeit die ersten Symptome beobachten, denn Varizellen sind sehr ansteckend.

Sie werden quasi vom Wind übertragen, daher auch der Name der Erkrankung. Typische Symptome der Windpocken sind zunächst leichtes Fieber, Müdigkeit und Husten im Anfangsstadium, in Kombination mit dem typischen Ausschlag der Haut. Rote Punkte entwickeln sich zu winzigen Knoten weiter, dann zu Bläschen und trocknen am Ende von selber ein.

Betroffene Kinder zeigen alle Stadien des Ausschlags nebeneinander, an der Haut, den Schleimhäuten und sogar am behaarten Kopf. Keine andere Infektionskrankheit weist diese Merkmale auf. Ein starker Juckreiz begleitet den Ausschlag. Achte darauf, dass Dein Kind die Bläschen nicht aufkratzt, um Narbenbildung zu vermeiden. Euer Kinderarzt kann passende Lotionen und ein Antihistaminikum verschreiben.

Nach circa zwei Wochen geht es dem kleinen Patienten wieder gut. Sind die Windpocken alle verkrustet, ist auch die Ansteckungsgefahr vorüber.

Mögliche Komplikationen der Varizellen:

  • eine Gelenkentzündung
  • eine Leberentzündung
  • eine Nierenentzündung
  • eine Herzmuskelentzündung
  • eine Gehirnentzündung
  • eine Hirnhautentzündung

Besonders gefährlich sind die Windpocken für Neugeborene. Eines von drei erkrankten Neugeborenen stirbt an den Folgen der Infektion. Der beste Schutz ist eine geimpfte Mutter, die ihrem Baby Antikörper gegen Varizellen mit auf den Weg ins Leben gibt. Natürlich tut sie das auch, wenn sie selbst die Windpocken durchgemacht hat.

Möglichen Nebenwirkungen bei Kindern

Lebende Viren, die Wissenschaftler im Labor abgeschwächt haben, bilden die Grundlage der Impfung gegen Windpocken. Die Erreger bringen das kindliche Immunsystem dazu, genügend Antikörper für einen sicheren Schutz gegen die Krankheit aufzubauen. Windpocken auslösen können sie aber nicht mehr.

Der Kinderarzt kann Dein Kind nur gegen Windpocken impfen oder den Kombinationsimpfstoff für Varizellen, Mumps, Masern und Röteln (MMR) anwenden. Er spritzt den Impfstoff unter die Haut oder, in den meisten Fällen, in einen Muskel am Oberschenkel oder am Oberarm.

Das Schema, das die STIKO empfiehlt

Im Impfkalender der STIKO empfiehlt die Kommission die Impfung gegen Varizellen gleichzeitig mit den Impfungen gegen Masern, Mumps und Röteln für Kinder im Alter von elf bis 14 Lebensmonaten und eine zweite Dosis im Alter von 15 bis 23 Monaten. Danach ist die Grundimmunisierung abgeschlossen und Dein Nachwuchs mit hoher Wahrscheinlichkeit vor einem schweren Verlauf der Windpocken geschützt.

Hat Dein Kind eine Veranlagung für Fieberkrämpfe oder andere Krampfanfälle des Gehirns? Dann kann es sicherer sein, in der ersten Impfrunde Varizellen und MMR getrennt zu impfen. Die zweite Runde kann dann als Kombinationsimpfstoff in einer Injektion ohne ein erhöhtes Risiko für einen Krampfanfall verabreicht werden. Der Impfschutz reicht in der Regel für das weitere Leben. Eine routinemäßige Auffrischung ist nicht notwendig.

Die Nebenwirkungen der Varizellenimpfung

Da die Impfung gegen Windpocken eine Lebendimpfung ist, tritt eine Impfreaktion erst fünf bis 12 Tage nach der Injektion des Impfstoffes auf. Vielleicht merkst Du Deinem Kind auch gar nichts an. Treten Beschwerden auf, legen sie sich normalerweise nach spätestens drei Tagen spontan wieder. Sprich mit Eurem Kinderarzt, wenn Du Dir nicht sicher bist, was mit Deiner Tochter oder Deinem Sohn los ist.

Typische Zeichen einer unkomplizierten Impfreaktion:

  • Fieber
  • typischer Hautausschlag der Windpocken mit Bläschen
  • Impfwindpocken
  • eine empfindliche Impfstelle mit Rötung und Schwellung
  • Unruhe
  • Schlafstörungen

Echte Nebenwirkungen der Varizellenimpfung:

Sehr selten beobachten Kinderärzte

  • allergische Reaktionen,
  • einen Krampfanfall mit und ohne Fieber,
  • eine vorübergehende Abnahme der Blutplättchenanzahl (Thrombozytopenie) oder
  • eine Gürtelrose

im Zusammenhang mit einer Impfung gegen Windpocken.

Quellen und Literatur:

  • Thomas Baumann, Atlas der Entwicklungsgeschichte: Vorsorgeuntersuchung von U1 bis U10/J1, Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2015
  • Christian Speer, Manfred Gahr, Pädiatrie, Springer Medizin Verlag Heidelberg, 2005
  • Schönau et al., Pädiatrie integrativ, Konventionelle und komplementäre Therapie, Urban & Fischer, München 2005

weitere Eltern Informationen:

► Prüfung und Aktualisierung am von Jessica Kilonzo, Kinderärztin