Nebenwirkungen bei Impfungen beim Baby – Das sagt der Kinderarzt:

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Kann eine Impfung beim Baby Nebenwirkungen verursachen?

Dein Baby ist einer der wichtigsten Menschen auf der Welt für Dich und Du würdest alles tun, um es zu beschützen. Trotzdem beschleichen Dich Zweifel, wenn es um eine der wichtigsten Schutzmaßnahmen geht, die Impfungen gegen Infektionserkrankungen. In der Presse liest Du viel mehr über die verschwindend geringe Zahl der Nebenwirkungen als über die Millionen erfolgreich geimpfte Kinder, die so vor schweren Erkrankungen geschützt sind.

Moderne Impfstoffe sind gut verträglich. Leichte Nebenwirkungen wie Unwohlsein oder Fieber zeigen, dass das Immunsystem Deines Babys mit dem Impfstoff arbeitet. Schwere Impfkomplikationen kommen sehr selten vor.
Tetanus Impfung
MMR-Impfung: Dreifachimpfung bei Kindern Copyright: naumoid, bigstockphoto

Fünf Fakten – Impfung beim Baby und Nebenwirkungen

  1. Impfstoffe werden in Deutschland sorgfältig auf ihre Wirksamkeit und ihre Sicherheit geprüft.
  2. Kombinationsimpfungen verringern die Menge der Begleitstoffe deutlich.
  3. Leichte Nebenwirkungen zeigen, dass die Impfung wirkt. Schwere Nebenwirkungen oder Impfschäden sind sehr selten.
  4. Eine leichte Rötung und Schwellung an der Impfstelle beobachten zwei bis 20 Prozent der Eltern.
  5. Ein bis zehn Prozent der geimpften Babys fallen nach der Impfung kurzzeitig mit Fieber, Unruhe, Gliederschmerzen oder Durchfall auf.

Weitere mögliche Nebenwirkungen sind:

  • Fieber, auch über 39 Grad Celsius
  • Kopfschmerzen
  • Gliederschmerzen
  • Unruhe
  • Müdigkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Infekt der oberen Atemwege

All diese Beschwerden verschwinden in der Regel spätestens drei Tage nach der Impfung wieder. Bitte sprich mit Eurem Kinderarzt, wenn Du Dir nicht sicher bist, woher die Symptome Deines Babys kommen.

Baby nach der Impfung
Baby nach der Impfung Copyright: O_Lypa bigstockphoto,

Typische Nebenwirkungen der Sechsfachimpfung

Die Sechsfachimpfung schützt vor Diphtherie, Keuchhusten, Tetanus, Haemophilus influenzae B, Polio und Hepatitis B. Dein Baby erhält diese Impfung im Alter von zwei, drei und vier vollendeten Lebensmonaten, sowie mit 11 bis 14 Monaten, falls Du den Empfehlungen der STIKO (Ständige Impfkommission am Robert Koch Institut) folgst.

Viele Babys vertragen die Impfung gut und entwickeln keine Nebenwirkungen. Einige Kinder zeigen eine leichte Rötung und Schwellung der Einstichstelle. Vielleicht bemerkst Du beim Wickeln, dass Dein Baby nicht gerne am Oberschenkel berührt werden möchte. Du kannst die Injektionsstelle vorsichtig kühlen, um die Schmerzen zu lindern.

Wann wird die Sechsfachimpfung bei Kindern durchgeführt:

Download Kinder Impfungen Tabelle www.praxiskind.de (55 kb schnell)

Erklärung: GI = Grundimpfung; NI = Nachholimpfung; AI = Auffrischungsimpfung
Aktualisiert: 14.11.2018 | medizinische Qualitätsicherung: Dr. rer. medic. Harald Stephan

Impfung

Alter in Wochen

Alter in Monaten

Alter in Jahren

6

2

3

4

11-14

15-23

2-4

5-6

9-14

15-17

Tetanus

1. GI

2. GI

3. GI

4. GI

NI

NI

1. AI

2. AI

Diphtherie

1. GI

2. GI

3. GI

4. GI

NI

NI

1. AI

2. AI

Keuchhusten

1. GI

2. GI

3. GI

4. GI

NI

NI

1. AI

2. AI

Hib (Haemophilus influenzae Typ b)

1. GI

2. GI

3. GI

4. GI

NI

NI

Kinderlähmung

1. GI

2. GI

3. GI

4. GI

NI

NI

1. AI

ggfs. NI

Hepatitis B

1. GI

2. GI

3. GI

4. GI

NI

NI

NI

Pneumokokken

1. GI

2. GI

3. GI

NI

Rotaviren

1. GI

2. GI

3. GI

Meningokokken C

1. GI (ab 12 Monaten)

NI

Masern

1. GI

2. GI

NI

Mumps, Röteln

1. GI

2. GI

NI

Windpocken

1. GI

2. GI

NI

Wie sicher Impfstoffe in Deutschland sind

In Deutschland untersucht das Paul-Ehrlich-Institut jeden Impfstoff, den der Kinderarzt Deinem Kind verabreicht. Sowohl die Sicherheit als auch die Wirkung werden überprüft. Moderne Impfstoffe enthalten deutlich weniger Konservierungsstoffe und Krankheitserreger, als das noch vor 20 Jahren der Fall war.

Besonders Kombinationsimpfstoffe wie die Sechsfachimpfung oder die Impfung gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken minimieren den Kontakt Deines Kindes mit unerwünschten Stoffen. Auch die Nebenwirkungen von Kombinationsimpfstoffen sind vergleichsweise gering. Bedenke, dass Dein Baby mit einer Injektion gegen bis zu sechs unterschiedliche Krankheiten geimpft werden kann. Das spart viele weitere Spritzen und Konservierungsstoffe.

Seltene ernsthafte Nebenwirkungen einer Impfung

In sehr seltenen Fällen (bei weniger als einem von 10.000 Impflingen) tritt nach einer Impfung ein Krampfanfall bei Fieber auf. Folgeschäden haben diese Anfälle für gewöhnlich nicht.

Auch die hypoton-hyporesponsive Episode, eine kurze Zeit, in der Dein Baby schlaff und nicht ansprechbar ist, hat keine negativen gesundheitlichen Folgen für Dein Kind. Eine Allergie auf den Impfstoff kann ebenfalls auftreten.

Die Aufklärungspflicht des Kinderarztes

Ein Arzt, der Impfungen durchführt, ist vom Gesetz zu einer umfassenden Aufklärung der Patienten und ihrer Eltern verpflichtet. In einem einführenden Gespräch erklärt Dir der Kinderarzt genau, auf welche Weise die anstehende Impfung Deinem Kind nützt und welche Nebenwirkungen auftreten können.

Schließlich gibst Du Deine mündliche oder schriftliche Einverständnis. Gegen Deinen Willen impft der Kinderarzt Dein Baby nicht. In Deutschland sind die Schutzimpfungen lediglich eine Empfehlung. Viele Ärzte bieten zum Beispiel einen alternativen Zeitplan für die Impfungen an oder beraten Dich zu jeder Infektionserkrankung einzeln.

Quellenangaben:

  • Stephan Illing, Martin Claßen; Klinikleitfaden Pädiatrie; Urban & Fischer, München 2009
  • Thomas Baumann, Atlas der Entwicklungsgeschichte: Vorsorgeuntersuchung von U1 bis U10/J1, Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2015