Die Hepatitis-A-Impfung beim Kind

Die Hepatitis A ist die unkomplizierteste der ansteckenden Leberentzündungen. Trotzdem kannst Du Deine Kinder mit einer Impfung vor der Erkrankung schützen. Die Ständige Impfkommission am Robert Koch Institut (STIKO) empfiehlt die Impfung gegen Hepatitis A allen Kindern, die Urlaub in einem Gebiet machen, in dem die Erkrankung häufig vorkommt.

Weiterhin sollten Kinder geimpft werden, die an einer chronischen Lebererkrankung leiden. Lass Dich von Eurem Kinderarzt beraten und informiere Dich hier in diesem Ratgeber.

Kinderimpfungen verzichten
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Fünf Fakten zum Thema Hepatitis-A-Impfung bei Kindern

Erkrankung: Das Hepatitis-A-Virus löst bei Menschen eine akute Leberentzündung aus, die Hepatitis A. Typische Symptome sind eine leichte Gelbsucht, Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, Übelkeit und Durchfall. Häufig treten bei Kindern auch gar keine Symptome auf. Junge Patienten erholen sich in der Regel schnell.

Ansteckung: Der Erreger der Hepatitis A wird per Schmierinfektion oder über verunreinigte Lebensmittel inklusive Trinkwasser übertragen. Infizierte Personen scheiden ihn mit dem Stuhl aus. In den Tropen, Osteuropa und im Mittelmeerraum ist das Ansteckungsrisiko besonders hoch. Die Inkubationszeit beträgt 14 bis 48 Tage.

Vorbeugung: Neben konsequenten Hygienemaßnahmen auf Reisen in Hepatitis-A-Gebieten ist die Schutzimpfung die zuverlässigste Maßnahme zur Vorbeugung von Hepatitis A.

Impfstoff: Es sind verschiedene Impfstoffe zur Injektion erhältlich, einige als Kombinationsimpfung mit Hepatitis B. Das Hepatitis-A-Virus ist in inaktiver Form in der Impfung enthalten (Totimpfstoff).

Empfehlung der STIKO: Eine Impfung gegen Hepatitis A empfiehlt die STIKO für Reisende in Hepatitis-A-Gebiete und für Personen mit erhöhtem Risiko einer Infektion in Deutschland.

Das Krankheitsbild der Hepatitis A

Nach Kontakt mit dem Erreger können durchschnittlich 28 Tage später die ersten Symptome auftreten. Bei vielen Kindern bleibt die Infektion mit dem Hepatitis-A-Virus aber auch unbemerkt. Bis zu 90 Prozent der Patienten unter fünf Jahren zeigen keine Beschwerden.

Die anderen kleinen Patienten sind zunächst schlapp und haben keinen Appetit. Leichtes Fieber und Bauchschmerzen oder Magen-Darm-Beschwerden können folgen. Schreitet die akute Entzündung der Leber fort, färbt sich die Haut leicht gelblich, der Urin wird dunkel und der Stuhl heller als sonst.

Einige betroffene Kinder klagen über Juckreiz der Haut. Eine Hepatitis A heilt spontan, Medikamente sind nicht notwendig. Der Kinderarzt kann eine fettarme Ernährung für die Dauer der Erkrankung empfehlen, die die Leber schont.

Ein komplizierter Verlauf mit Leberversagen ist bei gesunden Kindern äußerst selten. Nach einer Hepatitis-A-Infektion sind die betroffenen Kinder für ihr weiteres Leben immun gegen das Virus.

Hepatitis A Virus
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Die Hepatitis-A-Impfung für Kinder

Gegen Hepatitis A kann der Kinderarzt Dein Kind einzeln oder in Kombination mit Hepatitis B impfen. Die Injektion enthält abgetötete Hepatitis-A-Viren und der Kinderarzt spritzt sie in einen Muskel, meistens außen in den Oberarm.

Ab einem Alter von mindestens einem Jahr kann Dein Kind gegen Hepatitis A geimpft werden. Die Grundimmunisierung besteht aus zwei Impfdosen mit einem Abstand von mindestens sechs Monaten zwischen den Impfungen. Spätestens vier Wochen nach der ersten Injektion haben Kinder in der Regel einen Impfschutz aufgebaut. Auffrischimpfungen im Erwachsenenalter sind nur in Einzelfällen notwendig.

Wann eine Hepatitis-A-Impfung nicht möglich ist

Besteht bei Deinem Kind eine Allergie gegen einen Inhaltsstoff der Impfung, sollte es keine Hepatitis-A-Impfung erhalten. Ist Deine Tochter oder Dein Sohn am Tag der Impfung mit hohem Fieber oder an einer bakteriellen Infektion erkrankt, wird Euer Kinderarzt einen neuen Termin vereinbaren.

Mögliche Nebenwirkungen der Hepatitis-A-Impfung

Eine leichte Impfreaktion ist völlig normal und stellt keine Gefahr für Dein Kind dar. In den ersten Stunden und Tagen nach der Injektion kann es zu folgenden Symptomen kommen, die sich in der Regel rasch wieder legen:

  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Schmerzen in der Gegend der Injektionsstelle
  • Schwellung und Rötung der Injektionsstelle
  • Appetitlosigkeit
  • Abgeschlagenheit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • vorübergehende Erhöhung der Leberenzymwerte

Echte Nebenwirkungen oder Komplikationen

In seltenen Fällen kann es nach einer Hepatitis-A-Impfung zu einer leichten allergischen Reaktion mit Juckreiz und Hautausschlag oder zu einer schweren Allergie in Form eines Erythema multiforme kommen. Sehr selten reagiert ein Kind direkt mit einem anaphylaktischen Schock auf den Impfstoff.

Häufige Elternfragen zum Thema Hepatitis-A-Impfung bei Kindern

Frage: Muss ich die Impfung gegen Hepatitis A irgendwann auffrischen lassen bei meinem Kind?

Antwort: Laut Robert Koch Institut legen medizinische Studien nahe, dass nach einer abgeschlossenen Grundimmunisierung, mit zwei Impfungen gegen Hepatitis A in einem Abstand von mindestens sechs Monaten, keine Auffrischung notwendig ist.

Auch nach einem Abfall der Antikörperlevel im Blut können die geimpften Kinder geschützt bleiben. Das immunologische Gedächtnis bleibt bestehen. Im Einzelfall kann zur Sicherheit nach mindestens zehn Jahren eine Auffrischimpfung durchgeführt werden.

Frage: Sollte der Kinderarzt mit einer Blutentnahme kontrollieren, ob die Impfung bei meinem Kind gewirkt hat?

Antwort: Für gesunde, immunkompetente Kinder empfiehlt die STIKO keine Titerkontrolle nach einer Impfung gegen Hepatitis A. Leidet Dein Kind an einem chronisch geschwächten Immunsystem, kann der Kinderarzt zur Sicherheit nach der Impfung kontrollieren, ob Antikörper vorhanden sind.

Falls sich Dein Nachwuchs regelmäßig in einem Hepatitis-A-Gebiet aufhält, kann der Kinderarzt vor einer Impfung mit einer Blutentnahme feststellen, ob die Immunisierung überhaupt notwendig ist. Schaden würde die Impfung Kindern, die bereits eine Hepatitis A durchgemacht haben, aber nicht.

Quellen und Literatur:

  • Hepatitis A und B: Kombinierter Impfschutz für Kinder empfehlenswert, Ärzteblatt
  • Thomas Baumann, Atlas der Entwicklungsgeschichte: Vorsorgeuntersuchung von U1 bis U10/J1, Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2015
  • Christian Speer, Manfred Gahr, Pädiatrie, Springer Medizin Verlag Heidelberg, 2005
  • Schönau et al., Pädiatrie integrativ, Konventionelle und komplementäre Therapie, Urban & Fischer, München 2005
► Prüfung und Aktualisierung am von Jessica Kilonzo, Kinderärztin