Scharlach Krankschreibung: Wichtiges rund um die Krankschreibung

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Wie lange und Warum wird man bei Scharlach krankgeschrieben

Die Infektionskrankheit Scharlach wird von hartnäckigen Bakterien verursachst, die aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr und wegen eines beträchtlichen Risikos auf Folgeschäden therapiert werden müssen. Der Gang zum Arzt ist daher immer angemessen. Sobald dieser eine Scharlach-Diagnose stellt, erfolgt auch eine Krankschreibung aufgrund der Scharlach infektion. Was es rund um dieses Thema zu wissen gibt, beleuchtet dieser Artikel.

Ist es Scharlach oder die Hand-Mund-Fuß-Krankheit? Copyright: SeventyFour, bigstockphoto

Warum wird man bei Scharlach überhaupt krankgeschrieben?

A) Krankschreibung – Zum Schutz vor Übertragungen

Die Auslöser der Krankheit, sogenannte A-Streptokokken, wüten nicht nur aggressiv im menschlichen Körper, sondern übertragen sich durch die Tröpfchen- sowie die Schmierinfektion leicht von einem Infizierten auf seine Mitmenschen. Eine Krankschreibung erfolgt daher, um Arbeitskollegen und das weitere soziale Umfeld vor einer Infektion zu schützen.

Wer erkrankt ist, trägt große Mengen der Erreger in seinem Speichel. Das bedeutet, dass beim Sprechen und insbesondere beim Husten und Niesen die Bakterien regelrecht aus dem Körper geschleudert werden. Die Mikroorganismen überleben einige Zeit in der Luft und können daher von anderen Menschen eingeatmet werden. Auch eine Übertragung auf Gegenstände wie Telefone und Türklinken ist schnell erfolgt und kann durch die Berührung des nächsten Menschen eine Ansteckung nach sich ziehen.

Noch höher ist das Infektionsrisiko jedoch, wenn ein gesunder Mensch direkten Körperkontakt zu einem Scharlach-Patienten hat. Darunter fällt neben Küssen und Umarmen auch das bloße Händeschütteln. Die Erreger befinden sich häufig durch Niesen und Husten in die Hand auch auf diesen Hautstellen. So kann eine Schmierinfektion stattfinden.

In Ausnahmefällen kann die Infektion auch einen indirekten Weg über das Essen und Trinken nehmen. Eine Lebensmittelinfektion durch kontaminierte Lebensmittel ist allerdings eher selten.

 

B) Krankschreibung – Zum Schutz vor Komplikationen

Natürlich dient die Krankschreibung bei Scharlach durch den Arzt auch der unmittelbaren Genesung des Betroffenen. Der Krankenschein soll dafür sorgen, dass der Körper und die Psyche optimale Bedingungen für die Genesung erhalten. Wer sehr motiviert in seinem Job ist, würde sich ohne Krankschreibung nicht ausreichend schonen und damit die Genesung gefährden.

Die vom Arzt erzwungene Pause soll Scharlach-Patienten aber nicht nur zur beruflichen Erholung zwingen, sondern auch deutlich machen, dass sportliche Aktivitäten gegenwärtig tabu sind.

Wer sich nicht daran hält, riskiert komplizierte Krankheitsverläufe, die eventuell lebensbedrohliche Folgen mit sich bringen können. Das verlängert zum einen die Dauer der Scharlach Infektion und der Krankschreibung und kann zum anderen Dinge wie einen Krankenhausaufenthalt und längere Reha-Zeiten mit sich bringen.

 

Allgemeine Dauer der Krankschreibung bei Scharlach

Ärzte bewerten oft recht unterschiedlich, wie lange ihre Patienten einen Krankenschein benötigen. Es gibt Fälle, in denen sanfte Verläufe von Scharlach mit einer sofortigen Antibiotika-Therapie behandelt werden und der Patient nur die 24 bis 48 Stunden bis zum Ende der Ansteckungsgefahr Zuhause bleiben soll. Dieses Vorgehen wird von kritischen Kollegen nicht gutgeheißen, da es bei einer Krankschreibung nicht nur um die Ansteckung anderer Menschen, sondern auch um die Genesung des eigentlichen Patienten geht.

Damit der Körper sich komplett von der Infektion erholen kann, wird die Antibiotika-Therapie meist für zehn Tage angesetzt. Das gilt für viele Ärzte auch als der Zeitraum, in denen die berufliche Aktivität ebenso wie Sport auszusetzen sind. Die Krankschreibung für eine bis zwei Wochen ist daher der optimale Zeitraum.

Zeichnet sich binnen dieses Zeitraumes ab, dass die Beschwerden trotz Therapie kaum oder gar nicht besser werden, ist zwingend ein Kontrolltermin beim behandelnden Arzt notwendig. Möglich ist beispielsweise eine weitere Infektion, bei der ein Virus das geschwächte Immunsystem unterwandert hat. Da Antibiotika nur gegen Bakterien, nicht jedoch gegen Viren helfen, kann der Zustand sich sogar noch einmal verschlechtern.

Dauer der Krankschreibung bei komplizierten Scharlach Verläufen

Sollte die Scharlach Behandlung zu spät begonnen haben, eine Schwangerschaft vorliegen oder eine Immunschwäche aufgrund anderer Grunderkrankungen bestehen, kann die Scharlach-Infektion schwerwiegender ausfallen. Auch eine verfrühte Rückkehr an den Arbeitsplatz und zu sportlichen Betätigungen kann ein Verschleppen mit sich bringen.

Die Krankschreibung bei Scharlach muss sich entsprechend über die Dauer der Komplikationen verlängern. Dies kann bedeuten, mehrere Wochen am Stück auszufallen, oder sogar einen Krankenhausaufenthalt zu benötigen. Die häufigsten Komplikationen sind dabei eine Mandelentzündung, die Mittelohrentzündung sowie Lungen- und Hirnhautentzündung. Selten aber besonders schwerwiegend ist zudem die Entwicklung des sogenannten Wundscharlach. Hierbei dringen die Bakterien in offene Wunden ein und können eine lebensbedrohliche Sepsis zur Folge haben.

 

Wichtig für den Krankenschein: Wie lange ist der Betroffene ansteckend?

Wer mit der Infektion frühzeitig zum Arzt geht und eine Therapie mit Antibiotika beginnt, ist bereits nach einem Tag für sein Umfeld nicht mehr ansteckend. Zur Absicherung geben die meisten Mediziner ein Zeitfenster von 24 bis 48 Stunden an. Sobald sich dieses geschlossen hat, muss keine Übertragung mehr befürchtet werden.

Anders sieht es aus, wenn der Patient erst spät zum Arzt geht, ein schwerer Verlauf bereits stattgefunden hat und keine Antibiotika vergeben werden. Hier kann man davon ausgehen, dass die Ansteckungsgefahr bis zu drei Woche als gegeben gilt! Die Einnahme der Medikamente ist daher auch so wichtig.

Übrigens: Das größte Risiko für eine Übertragung besteht meist vor der eigentlichen Krankschreibung. Scharlach ist nämlich bereits dann ansteckend, wenn sich der Betroffene noch in der sogenannten Inkubationsphase befindet. Er selbst spürt wenige bis keine Symptome, die Bakterien sind aber bereits im Körper und können über den Speichel auch übertragen werden.

Die Krankschreibung bei Scharlach ist für Arbeitgeber in mehreren Bundesländern besonders interessant

Wer einen Krankenschein aufgrund von Scharlach erhält, muss diesen sowohl bei der Krankenkasse als auch beim Arbeitgeber vorlegen. Im Normalfall erfährt dabei nur die Kasse durch einen speziellen Medizinschlüssel, um welche Krankheit es sich handelt und der Krankenschein für den Arbeitgeber bleibt ohne genauere Angaben. Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung soll so die intimen Gesundheitsdaten der Angestellten schützen.

Es gilt jedoch eine Ausnahmereglung, wenn es sich um eine meldepflichtige Krankheit handelt. In diesem Fall muss der Arbeitgeber informiert werden, um gegebenenfalls eine Epidemie am Arbeitsplatz zu erkennen. Zwar ist Scharlach nicht bundesweit meldepflichtig, doch es besteht eine Meldepflicht in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Für den Erkrankten selbst hat diese Meldepflicht natürlich keine negativen Auswirkungen. Der Arbeitgeber muss die Information nur erhalten, damit er beim Auftreten eines weiteren Falles von Scharlach das Gesundheitsamt über eine eventuelle Ausbreitung unterrichten kann.

Öfter als einmal: eine Krankschreibung bei Scharlach kann sich wiederholen

Manche Menschen kommen ins Grübeln, wenn sie bereits einmal wegen Scharlach vom Arzt krankgeschrieben waren und später erneut dieselbe Diagnose bekommen. Werden Kollegen und Arbeitgeber das nicht komisch finden?

Fakt ist, dass Scharlach zwar von A-Streptokokken verursacht wird, es jedoch eine ganze Familie dieser Bakterien gibt. Das bedeutet, dass jeder Mensch sich auch mehrmals mit Scharlach infizieren kann, denn bei jeder einzelnen überstandenen Ansteckung wird der Körper nur gegen diesen jeweiligen Sub-Typus immun. Es ist daher weder eine Fehldiagnose noch ein Zeichen der Schwäche, wenn jemand mehrfach wegen Scharlach einen Krankenschein hat.