Madenwürmer beim Kind (Oxyuren)

Symptome und Behandlung des Madenwurm

Egal wie sorgfältig sich eine Familie um die Hygiene zu Hause bemüht, Madenwürmer beim Kind können sich trotzdem einschleichen. Die winzig kleinen Eier der Würmer kleben gerne auf Spielsachen in der Kita, auf ungewaschenem Salat oder an den Händen der Kindergartenfreunde. Haften sie an den Fingern Deines Kindes, wandern sie auch ganz schnell in den Mund und von dort direkt in den Darm. Es folgt die Entwicklung der Eier zu Larven und schließlich zu ausgewachsenen Madenwürmern, den Oxyuren.

Definition: Madenwürmer, Springwürmer, Pfriemenschwanz oder Aftermaden sind parasitisch im menschlichen Darm lebende Fadenwurmarten. Der Madenwurm ist der am häufigsten vorkommende Eingeweidewurm beim Kind und der häufigsten Parasite beim Menschen. (Quelle: wikipedia)

Madenwürmer beim Kind
Madenwürmer beim Kind Copyright: Tyrannosaurus, bigstockphoto

Der Teufelskreis der Madenwürmer beim Kind

Nachts verlassen die weiblichen Würmer den Darm und legen ihre Eier rund um den After in Hautfalten ab. Die Haut reagiert mit einem starken Juckreiz. Dein Kind kratzt sich im Schlaf am Po und infiziert sich selbst erneut, wenn es seine kontaminierten Hände in den Mund steckt oder etwas isst. So wandern weitere Eier in den Darm und entwickeln sich zu Larven und Würmern. Ein Teufelskreis beginnt. Unterbrechen kannst Du ihn nur mit Medikamenten, die der Kinderarzt verschreibt.

Überblick

  • Oxyuren halten sich im unteren Teil des Dünndarms und im Dickdarm des Menschen auf.
  • Meist sind Kinder im Alter zwischen fünf und neun Jahren und eventuell auch ihre Eltern von der Infektion betroffen.
  • Mit dem bloßen Auge erkennst Du die zwei bis fünf Millimeter langen männlichen und die acht bis 13 Millimeter langen Weibchen.
  • Die Inkubationszeit von Madenwürmern kann Wochen bis Monate betragen.
  • Pyrantel und Mebendazol sind Wirkstoffe, die Oxyuren abtöten können.

Symptome

Anzeichen für eine Infektion durch Madenwürmer beim Kind:

Ein erstes typisches Symptom einer Madenwurminfektion ist der Juckreiz am After, der Deinem Kind in der Nacht den Schlaf raubt. Einige Kinder klagen auch über Bauchschmerzen. Bei Mädchen können die erwachsenen Würmer bis in die Scheidenregion vordringen. Hast Du den Verdacht, dass sich Deine Tochter oder Dein Sohn mit den Parasiten infiziert hat, hilft eine nächtliche Kontrolle. Unter der warmen Bettdecke fühlen sich die Oxyuren wohl und wandern aus dem Darm nach draußen, um ihre Eier abzulegen. Mit etwas Glück siehst Du die Würmer selbst und die Diagnose ist gestellt.

Oder Du nutzt den Klebestreifentest vom Kinderarzt: Ein Stück Tesafilm, das auf den Anus geklebt und vorsichtig wieder abgezogen wird, kann der Mediziner unter dem Mikroskop auf Wurmeier untersuchen. Alternativ kannst Du eine Stuhlprobe Deines Kindes in der Praxis abgeben. Sie weist bei einer Infektion ebenfalls Würmer und Wurmeier auf.

Madenwürmer beim Kind
Madenwürmer beim Kind Copyright: Tyrannosaurus, bigstockphoto

Behandlung

So behandelt der Kinderarzt Madenwürmer:

Komplikationen sind durch Oxyuren in der Regel nicht zu erwarten. Ein massiver Befall kann in sehr seltenen Fällen einen Darmverschluss verursachen. Innere Organe sind nicht in Gefahr. Trotzdem ist es notwendig, eine Infektion mit Madenwürmern beim Kind medikamentös zu beenden. Sonst breiten sich die Parasiten ungehindert weiter aus. Der Kinderarzt hat die Wahl zwischen zwei Wirkstoffen, die in der Form von Tabletten oder Suspensionen zur Verfügung stehen.

  • Pyrantel eignet sich bereits für Kinder unter zwei Jahren.
  • Mebendazol hat eine Zulassung für Kinder ab zwei Jahren.

Das notwendige Rezept erhältst Du nach Sicherung der Diagnose bei Eurem Kinderarzt. Es geht sofort los mit der ersten Dosis des jeweiligen Medikamentes. Nach 14 Tagen bekommt der Patient eine weitere Dosis, um in der Zwischenzeit geschlüpfte Würmer abzutöten. Gegen den Juckreiz im Genitalbereich hilft ein Antihistaminikum um Einnehmen und eine Zinksalbe zum Einreiben des Anus. Nach wenigen Tagen sind die Betroffenen in der Regel beschwerdefrei.

Vorbeugung

Erforderliche Hygienemaßnahmen für die ganze Familie:

Die medikamentöse Behandlung kann nur helfen, wenn Du den gesamten Haushalt einer Hygienekur unterziehst. Sonst überleben genügend Eier in Kleidung und Bettwäsche, die Dein Kind wieder infizieren können.

Anleitung zu sinnvollen Hygienemaßnahmen:

  1. Wasche Unterwäsche, Nachtwäsche, Bettwäsche und Handtücher bei mindestens 60 Grad Celsius in der Waschmaschine, um Wurmeier abzutöten.
  2. Nach der ersten Medikamentengabe ist es für die folgenden sieben Tage notwendig, jeden Tag die komplette Kleidung, alle Handtücher und die Bettwäsche Deines Kindes zu wechseln.
  3. Leite Dein Kind dazu an, sich die Hände vor jeder Mahlzeit und nach jedem Toilettenbesuch gründlich mit Seife zu waschen.
  4. Kurze Fingernägel können verhindern, dass sich beim Kratzen am Po viele Eier darunter sammeln.
  5. Dusche Dein Kind am Morgen. So kannst Du die Eier direkt entfernen, nachdem die Würmer sie in der Nacht abgelegt haben.
  6. Entwurme am besten die ganze Familie gleichzeitig, inklusive aller Haustiere.
  7. Hast Du die Behandlung begonnen, ist es Zeit für einen gründlichen Hausputz. Wurmeier überleben gut auf Teppichböden und Spielsachen.
  8. Reinige das Sandspielzeug Deines Kindes gelegentlich in der heißen Geschirrspülmaschine.
Diese Mikrofotografie zeigt die Eier des Nematoden oder des runden Wurmes Enterobius vermicularis, der auf Zelluloseband montiert ist. (gemeinfrei via wikimedia)

Wie lange Madenwürmer beim Kind ansteckend sein können

Zwei Dosen des verordneten Medikaments im Abstand von zwei Wochen in Kombination mit einem gründlichen Hausputz und den erwähnten Maßnahmen zur Körperhygiene beseitigen in der Regel alle Würmer und ihre Eier.

Nach spätestens sechs Wochen sollte auch das letzte vergessene Wurmei im Haus eingetrocknet sein und nicht mehr schlüpfen. Hast Du Zweifel, kann der Kinderarzt zur Sicherheit eine Stuhlprobe aller Familienmitglieder untersuchen.

Bitte teile die Diagnose Madenwürmer beim Kind auch dem Kindergarten oder der Schule mit. Dein Kind ist wahrscheinlich nicht alleine von den Parasiten betroffen und entsprechende Hygienemaßnahmen sind notwendig, um eine erneute Infektion bei Deinem Nachwuchs zu vermeiden.

Zusammenfassung

Lebenszyklus von Madenwürmer:

Enterobius vermicularis Eier werden auf perianalen Falten abgelegt. Eine Selbstinfektion tritt auf, indem infektiöse Eier mit Händen, die den Perianalbereich zerkratzt haben, in den Mund übertragen werden. Die Übertragung von Person zu Person kann auch durch den Umgang mit kontaminierter Kleidung oder Bettwäsche erfolgen.

Enterobiasis kann auch durch Oberflächen in der Umgebung erhalten werden, die mit Madenwurmeiern (z. B. Vorhängen, Teppichboden) kontaminiert sind. Einige wenige Eier können in die Luft gehen und eingeatmet werden.

Diese würden verschluckt und folgen der gleichen Entwicklung wie aufgenommene Eier. Nach der Einnahme infizierter Eier schlüpfen die Larven im Dünndarm und die Erwachsenen setzen sich im Dickdarm fest. Das Zeitintervall von der Einnahme infektiöser Eier bis zur Eiablage durch die erwachsenen Frauen beträgt etwa einen Monat.

Die Lebenserwartung der Kindern beträgt etwa zwei Monate. Gravid-Weibchen wandern nachts außerhalb des Afters und der Eiablage, während sie auf der Haut des perianalen Bereichs kriechen. Die in den Eiern enthaltenen Larven entwickeln sich unter optimalen Bedingungen innerhalb von 4 bis 6 Stunden (die Eier werden infektiös). Eine erneute Infektion oder die Migration neu geschlüpfter Larven von der Afterhaut zurück in das Rektum kann vorkommen, aber die Häufigkeit, mit der dies geschieht, ist nicht bekannt. (Quelle: Centers for Disease Control and Prevention)

Quellen und Links

  • Christian Speer, Manfred Gahr, Pädiatrie, Springer Medizin Verlag Heidelberg, 2005
  • Schönau et al., Pädiatrie integrativ, Konventionelle und komplementäre Therapie, Urban & Fischer, München 2005
  • Oxyuren auf wikipedia.de abgerufen↑
  • Merkblatt InfectoPharm weiter zum PDF
  • Wurmbefall, weitere anschauliche Materialien 
► Prüfung und Aktualisierung am von Jessica Kilonzo, Kinderärztin